Walter Boje - Fotos und Zitate  
"Ballett ist mehr als tänzerische Pose. In welcher Verkleidung auch immer es auftritt, es ist Spiegelbild des Menschen mit seinen Sehnsüchten, Erfüllungen und Enttäuschungen. Dieses Mehr hat mich gereizt. Bei freiem Umgang mit Farbe und Form habe ich versucht, es mit fotografischen Mitteln in die Sprache des Bildes zu übersetzen."
"Farben sind Musik gewordenes Licht."
"...Die Möglichkeit, die flüchtigste aller Künste, die Kunst des Schauspielers und Tänzers, in gültigen Bildern festzuhalten. Die Gabe, andere Menschen dadurch glücklicher zu machen, daß man ihnen durch Bild, Wort und Schrift die Augen öffnet für diese Welt in der wir leben, für ihre schönen und ihre häßlichen Erscheinungen. Sehen lernen und Sehen lehren... das war das Schönste."
"Das Auge sieht nur, was die Seele sieht, die Kamera hilft, es festzuhalten."
"Je geringer die Zahl der Mittel, um so stärker die Wirkung."
Prof. Dr. Walter Boje würde am 16. November 2005 100 Jahre alt
Er ist Berliner, studierter Nationalökonom, ab 1939 Generalsekretär der Deutschen Akademie der Luftfahrtforschung. Eröffnet nach dem Krieg eine Fotokopieranstalt, fertigt Paßbilder von Kindern, Bauern und Russen gegen Brot, Butter und Speck. Als Nicht-Innungsangehöriger denunziert, macht er sich mit dem Fahrrad nach Hamburg auf.

"Ich kam zur Fotografie durch meinen Vater, als "ernster Foto-Amateur", machte Abbilder ohne spezifisch Eigenes. Ich hatte ja nur Technik, noch nicht "Sehen" gelernt. Wichtig: Klar und eindeutig zu "formulieren". Mein Lehrmeister: Das Buch Leicatechnik von Emmermann. Theaterfotografie: In Hamburg erste Bühnenfotos - Geistiges durch Körperliches verständlich machen, Realität in ein Bild transponieren. Farbfotografie: Der Bazillus der nicht-konservativen Farbfotografie saß mir im Blut. Ich experimentierte und experimentierte. Am liebsten am Sujet "Ballett". Später gemeinsam mit Freunden, vor allen anderen mit Horst H. Baumann, Kilian Breier, Peter Cornelius, Fritz Fenzl, Erwin Fieger und Heinz Hajek-Halke."
Gemeinsame Ausstellung auf Initiative L. Fritz Grubers zur photokina 1960 "Magie der Farbe". Auf der Biennale mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Bücher: "Magie der Farbenphotographie", "Revolution im Unsichtbaren" (1962)
"Mut zur Farbe" (1963) uva.
Lehrtätigkeit: Deutsches Institut für Publizistische Bildungsarbeit, Düsseldorf,
Universität München, Deutsche Journalistenschule, München.
Vorträge und Ausstellungen: Österreich, Schweiz, Norwegen, Schweden, Holland Belgien, Jugoslawien, Rumänien, Ungarn, Luxemburg, Frankreich, Italien, England, USA, Kanada. Auf diesen Reisen vertieft er sein Photographisches Oeuvre.
GDL (Gesellschaft deutscher Lichtbildner) (lange Jahre 1. Vorsitzender)
DGPh (Deutsche Gesellschaft für Photographie) Vorstandsmitglied und langjähriger Leiter Sektion Bild, Ehrenmitglied.
1989 Verleihung der Professorenwürde des Landes Nord-Rhein-Westfalen.
Walter Boje starb im Juli 1992 in Leichlingen bei Köln.


Alle Fotos: © Walter Boje Erben. Download, Vervielfältigung, Veröffentlichung untersagt.